Statt eines Nachrufs

Markus Beyer – Versuch einer Würdigung aus Sicht unseres Vereins

Markus Beyer

Markus Beyer am 15.11.2015 in Dessau © Imago

Bekanntlich weist die Historie eines Sportvereins neben Erfolgen immer auch einige Rückschläge und Tiefpunkte (in unserer Sportart wohl eher Tiefschläge im übertragenen Sinne) auf. Was jedoch unser Boxclub am 3. Dezember 2018 verkraften musste, als sich im Netz die Nachricht verbreitete, dass „unser“ Markus Beyer seinen Kampf gegen eine äußerst tückische Krankheit trotz aller Anstrengungen seiner Ärzte verloren hatte, stellt sicherlich das mit Abstand traurigste und schlimmste Momentum unserer 57-jährigen Vereinsgeschichte dar.

Wir trauern um eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die sich stets zu seiner Heimat, dem Erzgebirge, bekannte und durch seine sportlichen Erfolge – erinnert sei an dieser Stelle noch einmal vor allem an die dreimalige Erringung des wertvollen WBC-Weltmeistertitels im Supermittelgewicht in den Jahren 1999, 2003 und 2004 – zum Vorbild für zahlreiche Kinder und Jugendliche in unserer Heimatregion und gleichsam zum Gesicht unseres Vereins wurde.

Wir trauern zugleich um einen exzellenten Trainer, der es verstand, seine vielfältigen Erfahrungen, die er während seiner Karriere als Berufssportler gesammelt hatte, an nachfolgende Generationen weiterzugeben, und so deren Anfangserfolge im Amateurbereich erst ermöglichte. Sein Auftreten in unserem Trainingszentrum war zudem immer von Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Bescheidenheit geprägt, die keinerlei Starallüren zuließ – Charaktereigenschaften, die in unserer oft so schillernden Sportart wahrlich keine Selbstverständlichkeit darstellen.

Viele von uns trauern nicht zuletzt um einen zuverlässigen Freund, der trotz seiner zahlreichen Verpflichtungen immer ein offenes Ohr für ihre Anliegen oder auch Sorgen hatte.

Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie, insbesondere seinen Eltern und seiner Schwester, die durch den Heimgang des Sohnes bzw. Bruders einen noch viel schmerzlicheren Verlust erlitten; für sie gilt in besonderer Weise ein Satz, den Herbert Grönemeyer (anlässlich des Todes seiner Frau Anna Henkel-Grönemeyer) 2002 in dem Lied „Der Weg“ formulierte: „Das Leben ist nicht fair.“

Wir – der Boxclub Erzgebirge – werden Markus stets ein ehrendes Andenken bewahren und uns bemühen, die von seinem Vater begründete und von ihm gepflegte Tradition des Boxens in sozialer Verantwortung in seinem Sinne fortzusetzen – wohl wissend, dass wir sein erfolgreiches Wirken und Engagement in Breitenbrunn nicht gleichwertig ersetzen können.

Ruhe in Frieden, Markus!

Aktive, Trainer, Freunde und Förderer des Boxclubs Erzgebirge